Leckortung professionell durchgeführt: Methoden, Geräte und das passende Equipment

Michael Oswald
von Michael Oswald
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22. Jan 2026

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Michael Oswald
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Ob versteckte Rohrschäden, feuchte Wände oder unerklärlicher Wasserverlust – die Leckortung ist ein zentrales Element bei der Wasserschadensanierung. Doch nicht jede Leckage ist auf Anhieb sichtbar. Mit dem richtigen Know-how und dem passenden Equipment lassen sich selbst hartnäckige Schadstellen präzise orten. Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Verfahren und stellen Ihnen professionelle Lösungen aus unserem Sortiment vor.

Leckortung - Tracerfarben

Warum Leckortung mehr ist als nur “suchen”

Leckortung bedeutet, Feuchtigkeit auf den Grund zu gehen. Ziel ist es, die exakte Schadstelle zu identifizieren, um unnötige Eingriffe in die Bausubstanz zu vermeiden. Dabei kommen je nach Schadenbild unterschiedliche Verfahren zum Einsatz. Für Profis zählt nicht nur die Methode, sondern auch die Qualität und Zuverlässigkeit der eingesetzten Technik. Aber auch für Immobilienbesitzer kann es hilfreich sein, die gängigen Methoden zu kennen, um die richtige Vorgehensweise besser zu verstehen und fundierte Entscheidungen zu treffen.

Die wichtigsten Methoden der Leckortung im Detail

Tracerverfahren (UV-Lecksuche)

Das Tracerverfahren nutzt eine fluoreszierende Flüssigkeit, die dem Wasser zugegeben wird. Dieses Lecksuchmittel verteilt sich im Leitungssystem und tritt an der Leckstelle aus. Unter UV-Licht beginnt die Flüssigkeit zu leuchten und macht so auch kleinste Undichtigkeiten sichtbar. Die Methode ist besonders effektiv bei Lecks in schwer einsehbaren Bereichen, etwa hinter Wänden, unter Estrich oder bei verdeckten Leitungsführungen.

Zur Anwendung benötigt man:

  • ein UV-Lecksuchmittel (z. B. grün oder rot fluoreszierend)
  • eine UV-Lampe oder UV-Taschenlampe
  • ggf. eine Spritze oder Pumpe zur Einbringung in die Leitung
  • Absperrblasen, um bestimmte Bereiche gezielt zu untersuchen

Rauchgassimulatoren

Bei dieser Methode wird harmloser Testrauch in Hohlräume, Flachdächer oder Leitungssysteme eingeblasen. Wo der Rauch austritt, befindet sich eine Undichtigkeit. Die Rauchgassimulation eignet sich ideal für Leckagen, die nicht durch sichtbares Wasser auffallen, etwa bei Luftundichtigkeiten in Flachdachkonstruktionen.

Benötigtes Equipment:

  • Rauchgassimulator
  • Rauchkartuschen oder Rauchflüssigkeit
  • Schlauchsystem zur Einleitung des Rauchs

Absperrblasen und Rohrstopfen

Um bestimmte Abschnitte von Rohrleitungen gezielt zu testen, nutzt man Absperrblasen oder Rohrstopfen. Sie werden in die Leitung eingesetzt und dichten diese temporär ab. So lassen sich Drucktests durchführen oder Tracerflüssigkeiten gezielt steuern.

Typische Einsatzfälle:

  • Eingrenzung des Leckbereichs
  • Vorbereitung für Tracer- oder Tracergasverfahren
  • Druck- oder Dichtheitsprüfung einzelner Leitungsabschnitte

Thermografieverfahren

Thermografieverfahren messen Oberflächentemperaturen und machen Temperaturunterschiede sichtbar. Austretendes Warmwasser oder feuchte Bauteile lassen sich so zerstörungsfrei aufspüren. Besonders bei Fussbodenheizungen oder Wandheizsystemen ist diese Methode schnell und präzise.

Anwendungsvoraussetzungen:

  • gute Temperaturschichtung (z. B. beheizte Leitung in kalter Umgebung)
  • Thermografiekamera mit ausreichender Auflösung

Akustische Leckortung / Horchgeräte

Leckagen verursachen charakteristische Geräusche, wenn Wasser unter Druck austritt. Diese können mit sensiblen Mikrofonen und Verstärkern geortet werden. Die akustische Ortung ist besonders effektiv bei metallischen Rohrsystemen in Wänden oder unter dem Boden.

Typische Komponenten:

  • Bodenmikrofon
  • Kontaktmikrofon für direkte Ankopplung an Leitungen
  • Auswertungsgerät mit Filter- und Verstärkertechnik

Endoskopieverfahren

Mit flexiblen Kamerasystemen, die bei Endoskopieverfahren eingesetzt werden, lassen sich Hohlräume, Leitungsschächte oder Abflüsse visuell inspizieren. Die Kamerabilder liefern direkte Hinweise auf Lecks, Risse oder Verstopfungen, ohne Wände oder Bodenbeläge öffnen zu müssen.

Nötiges Equipment:

  • Endoskopkamera oder Rohrkamera mit LED-Beleuchtung
  • Displayeinheit zur Liveübertragung
  • ggf. Aufzeichnungsfunktion zur Dokumentation

Druckkontrollen

Eine einfache, aber aussagekräftige Methode: Die Leitung wird mit Luft oder Wasser unter Druck gesetzt. Hält der Druck nicht konstant, liegt ein Leck vor. Diese Methode eignet sich besonders zur ersten Eingrenzung vor dem Einsatz anderer Verfahren.

Benötigt werden:

  • Druckprüfgerät oder Manometer
  • Absperrblasen zum Verschliessen der Leitung
  • ggf. Kompressor oder Handpumpe

Tracergas-Verfahren

Ein Gasgemisch, meist Wasserstoff und Stickstoff, wird in die Leitung eingebracht. An der Leckstelle tritt das Gas aus und kann mit einem speziellen Detektor nachgewiesen werden – auch durch Beton, Fliesen oder Estrich hindurch.

Einsatzvoraussetzungen:

  • trockene Leitung (kein Wasser im System)
  • gasdichte Einführung
  • Tracergas-Detektor mit hoher Empfindlichkeit

Leitungssuchgeräte

Diese Geräte helfen, den exakten Verlauf von Leitungen in Wänden oder Böden zu lokalisieren. Besonders hilfreich, bevor Wände geöffnet oder Bohrungen vorgenommen werden.

Typisches Equipment:

  • Leitungssuchgerät mit Sender und Empfänger
  • ggf. Marker zur Kennzeichnung

Welche Methode passt zu welchem Fall?

Die passende Leckortungsmethode hängt stark vom konkreten Schadenbild ab: Geht es um eine Fussbodenheizung, eine Druckleitung oder eine flächige Durchfeuchtung im Dachbereich? Jede Technik hat ihre Stärken – und oft ergibt sich die beste Lösung erst durch die Kombination mehrerer Verfahren. Für Profis zählt dabei nicht nur das Know-how, sondern auch die Verfügbarkeit des richtigen Werkzeugs. Aber auch für Laien gilt: Wer die Methoden kennt, kann den Sanierungsprozess besser nachvollziehen und fundierte Entscheidungen treffen.

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