
Wenn Wasser in die Dämmschicht gelangt, muss schnell und professionell getrocknet werden. Doch welche Methode ist die richtige: Überdruck- oder Unterdrucktrocknung? In diesem Beitrag vergleichen wir beide Verfahren und zeigen, wann welche Technik sinnvoll ist.
Ein Wasserschaden in der Dämmschicht ist ein ernstes Problem: Ohne gezielte Massnahmen drohen Schimmelbildung, Wertverlust und Gesundheitsgefahr. Die Wahl der richtigen Trocknungstechnik beeinflusst nicht nur den Erfolg der Sanierung, sondern auch deren Dauer, Kosten und rechtliche Absicherung.
Bei der Überdrucktrocknung (auch: Drucktrocknung) wird trockene, erwärmte Luft über Kernbohrungen in die Dämmschicht eingeblasen. Die feuchte Luft entweicht durch die Randfugen oder Entlastungsbohrungen in den Raum. Dieses Verfahren ist in der Schweiz weit verbreitet und für viele Standard-Wasserschäden die Methode der Wahl.

Vorteile:
Nachteile:
Einsatzbereich:
Standardverfahren bei Leitungswasserschäden ohne Schimmelbefall oder Fäkalienbelastung; ideal für Neubauten oder unbewohnte Räume ohne stehendes Wasser
Bei der Unterdrucktrocknung (auch: Saugverfahren) wird ein Unterdruck erzeugt, sodass die feuchte Luft aus der Dämmschicht abgesaugt wird. Die Luft strömt kontrolliert durch HEPA – Filter, bevor sie in den Raum gelangt oder ins Freie geleitet wird.

Vorteile:
Nachteile:
Einsatzbereich:
Zwingend erforderlich bei Schimmelbefall, Fäkalschäden, stehendem Wasser oder in sensiblen Umgebungen wie Spitälern, Kindergärten und bei Allergikern.
Dieses Verfahren kombiniert die Vorteile beider Techniken. Auf einer Seite des Raumes wird trockene Luft eingeblasen (Schieben), auf der anderen Seite wird sie aktiv abgesaugt (Ziehen).
Vorteile:
Nachteile:
Einsatzbereich:
Bei grossen Flächen, schwer durchströmbaren Bodenaufbauten, komplexen Grundrissen oder wo keine Löcher gebohrt werden können.
Die folgende Tabelle hilft, die passende Methode je nach Schadensbild und Umfeld zu wählen.
| Kriterium | Überdrucktrocknung | Unterdrucktrocknung | Schiebe-Zug-Verfahren |
| Schimmel-/Schadstoffbefall | Nicht geeignet | Zwingend erforderlich | Bedingt (mit korrekter Einstellung) |
| Stehendes Wasser | Nicht geeignet | Als erste Massnahme, bis das Wasser abgesogen ist | Bedingt (mit korrekter Einstellung) |
| Hygieneanforderungen | Normal (Luftreiniger empfohlen) | Hoch / Sensibel | Hoch |
| Effizienz / Zeit | Sehr hoch (schnell) | Mittel (langsamer) | Hoch (schnell) |
| Kosten | Günstiger | Höher | Am höchsten |
| Raumtyp | Wohnbau / Neubau | Spitäler, Allergiker, Kitas, Flachdächer, Terassen, Wohnbau | Grosse Flächen, spezielle Anforderungen, Flachdächer, Wohnbau |
Wichtiger Hinweis: Ein Schimmelbefall ist zwingend vor der Trocknung zu sanieren.
Insbesondere bei mikrobiologisch belasteten Schadensbildern kann die Wahl der falschen Methode rechtliche Konsequenzen haben. Unterdrucktrocknung gilt hier oft als Stand der Technik. Dokumentation, Filterwartung und Schutzmassnahmen sind essenziell für die rechtliche Absicherung gegenüber Versicherungen und Auftraggebern.
| Verfahren | Trocknungsdauer | Technischer Aufwand | Kostenfaktor |
| Überdrucktrocknung | Kurz bis mittel | Gering bis mittel | Niedriger |
| Unterdrucktrocknung | Mittel bis lang | Hoch | Höher |
Merke: Die Wahl sollte nicht allein vom Preis abhängen. Eine ungeeignete Methode kann Folgeschäden verursachen, die deutlich teurer werden.
Die Überdrucktrocknung punktet mit Tempo und einfacher Technik, ist aber nur in unkritischen Fällen zu empfehlen. Wo Schimmel, Schadstoffe oder sensible Nutzer betroffen sind, ist die Unterdrucktrocknung klar im Vorteil. Für Wasserschadensanierer heisst das: Immer den Einzelfall prüfen, sauber dokumentieren und im Zweifel auf Sicherheit setzen.
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